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IDer Teil des Selbst, bzw. der Identität, der die konkrete Reaktion auf eine gegebene Situation ausmacht und weder vom Individuum selbst, noch von seiner Umgebung vollständig kontrollierbar ist.
Idealisierung der Kongruenz der RelevanzsystemeIn der Alltagswelt gehen die einzelnen Akteure von der idealisierenden Annahme aus, dass die Unterschiede ihrer jeweils individuellen Relevanzsysteme, im Hinblick auf die gemeinsam zu bewältigende Situation mit ihren Aufgaben, irrelevant und in Übereinstimmung zu bringen sind.
Idealisierung der Vertauschbarkeit der StandorteIn der Alltagswelt gehen die einzelnen Akteure von der idealisierenden Annahme aus, dass sie den in einer face-to-face-Situation gemeinsamen Wahrnehmungsbereich typisch in identischer Weise sehen würden, wenn sie ihren Standort mit dem ihres Gegenübers tauschen würden. Mit Hilfe dieser Idealisierung bewältigen sie das Problem, dass jeder die Welt von seinem jeweiligen 'Hier' aus wahrnimmt, von welchem das 'Hier' des anderen notwendig ein 'Dort' ist und somit immer und unüberwindlich ein Perspektivenunterschied besteht.
Idealsprache(Allgemein) Programm und Ziel der Philosophie der idealen Sprache ist die Entwicklung einer exakten formalen Sprache, die frei von Mehrdeutigkeiten und Unschärfe und ein getreues Abbild der logischen Struktur der Wirklichkeit ist.
Idealtypus/idealtypischIdealtypen sind sozialwissenschaftliche Hilfskonstruktionen, die ein Verstehen der sozialen Wirklichkeit ermöglichen. Die vier Idealtypen des zweckrationalen, wertrationalen, affektuellen und traditionalen Handelns sind aus der sozialen Realität abstrahierte, d. h. inhaltsarme, auf viele konkrete Einzelfälle anwendbare ideale Konstrukte, die nicht die Realität abbilden, sondern als Muster dienen, vor deren Hintergrund tatsächlich beobachtetes Handeln ordnend erfasst und interpretiert werden kann. Idealtypen müssen dabei sowohl sinn- als auch kausaladäquat konstruiert sein.
IdentitätSynthese von I und me
idiographischgriech.: "das Besondere beschreibend"; von W. Windelband eingeführter Methodendualismus in die Kultur- bzw. Erfahrungswissenschaften mit idiographisch versus nomothetisch. Durch die idiographische Methode wird auf die Einzigartigkeit von historischen Ereignissen und Persönlichkeiten abgezielt. Insbesondere die Geschichtswissenschaften - gegenüber den nomothetischen Naturwissenschaften als Gesetzeswissenschaften - verfahren idiographisch, also Individuelles bzw. Einzelheiten umfassend beschreibend, ohne jedoch zu generalisieren, und fungieren demnach als 'Ereigniswissenschaften'.
illokutionäre Akte/IllokutionenEtymologisch (lat.): im Reden. Beschreibungsaspekt oder simultaner Teilakt einer Sprechhandlung: Die Handlung, die man vollzieht, indem man spricht, die kommunikative Funktion einer Äußerung, z. B. etwas behaupten, befehlen, versprechen etc.
illokutionäre Akte/IllokutionenTeilaspekt eines Sprechaktes: Entspricht Austins illokutionärem Akt, die Handlung, die man vollzieht, indem man spricht. Die normale grammatische Form solcher Akte ist der vollständige Satz. Das Ziel eines illokutionären Aktes ist das Verständnis durch den Hörer. Darin besteht die illokutionäre Wirkung.
illokutionäre Kraft(illocutionary force) Auch: illokutionäre Rolle oder illokutionäres Gewicht; sprachlichen Äußerungen kommt neben ihrer zur Lokution gehörigen Bedeutung eine spezifische Kraft zu, z. B. als Behauptung, Befehl, Versprechen etc.
illokutionäre Kraft(illocutionary force) Illokutionären Akten haben eine bestimmte Kraft, sie spielen eine bestimmte illokutionäre Rolle, z. B. als Behauptung, Befehl, Bitte usw.
illokutionärer Witz(illocutionary point) Wesentliches Bestimmungsmerkmal zur Klassifikation von Sprechakten; der illokutionäre Witz bezieht sich auf den Zweck sprachlicher Äußerungen. So lassen sich z. B. jene Akte in einer Klasse zusammenfassen, deren Zweck darin besteht, den Sprecher auf ein bestimmtes Verhalten festzulegen (Versprechen, Wetten, Garantieren, Schwören etc.)
Indikator der illokutionären KraftAlle sprachlichen Ausdrücke, die den illokutionären Akt bzw. die illokutionäre Kraft eines Sprechaktes anzeigen und mehr oder weniger explizit machen.
IndividualhandlungSolche Handlungen, die nur von einer Person ausgeführt werden, ohne dass die Kooperation oder Koordination mit einer anderen Person erforderlich wäre.
individuelle KommunikationstheorieDerjenige Teil der individuellen Welttheorie, der sich auf die kommunikativen Erfahrungen eines Individuums bezieht.
individuelle Welttheorie(Gerold Ungeheuer)Menschliche Erfahrung ist individuell erworben, zugleich aber auch immer theoretisch, d. h. nach bestimmten Kriterien und Prinzipien zu einem möglichst stimmigen Ganzen geordnet. Dieses geordnete Erfahrungssystem nennt Ungeheuer individuelle Welttheorie, da es auch die Funktion hat, Erfahrungen zu erklären und Handlungen zu rechtfertigen.
infiniter Regress(regressus ad infinitum) (Allgemein) Rückgang ins Unendliche bei der Verfolgung von Bedingungen oder Ursachen.
InformationZusammen mit Mitteilung und Verstehen (s.d.) bildet die Information die für die Kommunikation (s.d.) konstitutive Selektionstriade. Die Information ist dabei die Auswahl aus einem Horizont dessen, was thematisiert wird, was in Sprache gefasst wird, was mitgeteilt werden soll.
Inklusionlat. "Einschließung"; die Teilhabe von Personen an bestimmten Kommunikationen.
Innen-Außen-DichotomieDie prinzipielle Zweiteilung menschlicher Erfahrung in innere und äußere Erfahrungen. Diese gibt erst Veranlassung zur Kommunikation, erschwert aber zugleich auch die Überprüfung des Kommunikationserfolges.
innere Zeit/ durées. 'durée'
institutionelle TatsacheSoziale Tatsachen eines bestimmten Typs, identisch mit der Klasse der Statusfunktionen. Sie sind Funktionszuweisungen mit kollektiver Intentionalität und existieren allein innerhalb Systeme konstitutiver Regeln.
InstitutionenDies sind gemeinschaftsabhängig, gemeinschaftlich getragene, intersubjektiv konstituierte Fiktionen, die jedoch nicht als solche betrachtet werden, z. B. Heirat, Eigentum, Geld und Sprache.
Intention/intentional(Allgemein) lat. Absicht, nicht zu verwechseln mit Intentionalität
Intention/intentional(Allgemein) Etymologisch (lat.): Absicht. Bewusstes Ausrichten des Handelns auf einen bestimmten Zweck oder ein bestimmtes Ziel hin.
intentionale ZuständeMentale Zustände, die auf Gegenstände oder Sachverhalte gerichtet sind, z. B. visuelle Wahrnehmungen, Überzeugungen, Wünsche, Absichten. Jeder intentionale Zustand besteht aus einem Repräsentationsgehalt in einem bestimmten psychischen Modus.
Intentionalitätkollektive Intentionalität Kollektive Intentionalität oder Wir-Intentionalität liegt immer dann vor, wenn Lebewesen ihr Handeln wechselseitig am Handeln des jeweils anderen orientieren und dabei eine Menge intentionaler Zustände teilen. Für Searle ein biologisch ursprüngliches Phänomen, das nicht auf die Summe individueller Intentionen reduziert werden kann. Eine der Voraussetzungen für institutionelle Tatsachen, die Funktionszuschreibungen werden gemeinschaftlich vorgenommen und getragen.
Intentionalitätintrinsische Intentionalität Die Intentionalität mentaler Zustände ist nicht von anderen Formen der Intentionalität abgeleitet, sondern eine immanente Eigenschaft dieser Zustände. Die Intentionalität von Sprechakten hingegen ist von der primären Intentionalität mentaler Zustände abgeleitet.
IntentionalitätDiejenige Eigenschaft vieler mentaler Zustände, durch die sie auf Gegenstände oder Sachverhalte in der Welt gerichtet sind oder von ihnen handeln.
IntentionalitätSchütz verwendet den Begriff der 'Intentionalität' in der Tradition Edmund Husserls. In der Husserlschen Phänomenologie bezieht sich der Begriff der Intentionalität auf das Bewusstsein, das immer Bewusstsein-von-etwas ist. Die Intentionalität besteht in dieser Gerichtetheit des Bewusstseins auf etwas. Husserl selbst hat den Begriff des intentionalen Bewusstseins von seinem Lehrer Franz Brentano übernommen.
InteraktionDie gegenseitige Handlungsbeeinflussung zweier (oder mehrerer) Akteure. Der Begriff der Interaktion betont für das kommunikative Handeln dessen nicht-solipsistischen Charakter, d. h. nur als Miteinander-Handeln kann die Kommunikation in ihrer Gesamtheit erfasst werden.
Interaktion, direkte oder unvermittelteDie gegenseitige Handlungsbeeinflussung zweier (oder mehrerer) Akteure, ohne die Vermittlung durch Zeichen.
Interaktion, indirekte oder vermittelteDie gegenseitige Handlungsbeeinflussung zweier (oder mehrerer) Akteure, die durch Zeichen vermittelt ist. Diesen Prozess nennt Ungeheuer Kommunikation.
InteraktionssystemEinfacher, rein situativer Typ sozialer Systeme neben den komplexeren Formen Organisationssystem und Funktionssystem, der sich unter der Anwesenheitsbedingung mindestens zweier Personen konstituiert und durch Themen schließt. Im Hinblick auf die soziokulturelle Evolution stellen Interaktionssysteme die älteste Form sozialer Systeme dar.
IntersubjektivitätAllgemein meint Intersubjektivität, dass etwas mindestens zwei Menschen gemeinsam gegeben ist. In der Philosophie Husserls geht es um den Nachweis, dass die Welt nicht einem Einzelbewusstsein allein gegeben ist, sondern allen Einzelbewusstseinen gemeinsam als objektive Welt. Das Problem der Intersubjektivität besteht in der Phänomenologie Husserls darin, ausgehend vom einsamen Ich die gewisse Existenz anderer Ichs (Alter egos) und damit die Objektivität einer gemeinsamen (intersubjektiv geteilten) Welt nachzuweisen.
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