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Macht

(Max Weber)

Die Durchsetzung des eigenen Willens eines Handelnden innerhalb einer sozialen Beziehung. Macht ist weder dauerhaft noch spezifisch personengebunden, sondern kann wechselwirkend potentiell von jedem ausgeübt werden.

 

Markierung

(Erving Goffman)

Objekte, Gesten oder verbale Äußerungen zur Kennzeichnung des Anspruchs auf ein Territorium bzw. Reservat.

 

me

(George Herbert Mead)

Die organisierte Gruppe von Einstellungen anderer, die ein Individuum sowohl sich selbst als auch anderen gegenüber einnimmt. Das me ist der Teil des Selbst, der die Situation definiert, auf die das I reagiert.

 

Medium

(Niklas Luhmann)

Prinzipiell ein Mittel, mit dem Unwahrscheinlichkeit in Wahrscheinlichkeit transformiert werden kann. Z. B. ist das spezifische Medium, um die Unwahrscheinlichkeit des Verstehens in Wahrscheinlichkeit zu transformieren, die Sprache. Sie verringert die Unwahrscheinlichkeit des Verstehens, weil sie die Kommunikation von der bloßen Wahrnehmung eines Verhaltens ablöst und Sinn durch einen geregelten, konventionalisierten Zeichen- bzw. Symbolgebrauch vermittelt. Durch symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien, z.B. Wahrheit, Liebe, Recht usw., kann die Annahme von Kommunikationsvorschlägen (Selektionen) motiviert werden. Durch die symbolische Generalisierung von Medien wird also nach Luhmann eine Selektion mit einer Motivation verknüpft und ihre Annahme dadurch wahrscheinlicher.

 

Merkzeichen

(Alfred Schütz)

Von einem Handelnden subjektiv gesetzte Merkmale, die ihm dazu dienen, sich immer wieder in einer bestimmten Umgebung zurechtzufinden. Eine Tankstelle kann bspw. ein Merkzeichen sein, das darauf verweist, an der nächsten Ecke rechts abbiegen zu müssen, wenn man zu einem bestimmten Freund möchte.

 

methodologischer Individualismus

(Max Weber)

Mikrosoziologischer Ansatz, bei dem die Interpretation sozialer Beziehungen und Gebilde immer von der verstehenden Deutung des Handelns (und des damit verbundenen subjektiv gemeinten Sinns) Einzelner ausgeht.

 

Mimik

(Gerold Ungeheuer)

Einsatz des Gesichtsausdrucks zu kommunikativen Zwecken.

 

Missbräuche

(abuses)

(John L. Austin)

Verunglückter Sprechakt; die Handlung kommt zustande, ist aber unehrlich.

 

Mitmensch

(Alfred Schütz)

Der Andere, der einem Handelnden in der face-to-face-Situation in Anwesenheit gegenüber steht.

 

Mitteilung

(Niklas Luhmann)

Zusammen mit Information und Verstehen (s.d.) bildet die Mitteilung die für die Kommunikation (s.d.) konstitutive Selektionstriade. Die Mitteilung bezeichnet dabei insofern die Form bzw. das Wie der Informationsvermittlung, als sie eine Auswahl aus einem Horizont an möglichen Verhaltens- und Ausdrucksweisen darstellt.

 

Modallogik (modallogisch)

(Allgemein)

„Zweig der formalen Logik, in dem zur Bildung von Aussagen auch die Modalitäten herangezogen werden.“ (Quelle: Duden – Deutsches Universalwörterbuch)
„Teil der formalen Logik, der sich mit Aussagen beschäftigt, die mit den Modalitäten „möglich“ und „notwendig“ gebildet sind.“ (Quelle: Brockhaus multimedial mobil 2010)

 

modo futuri exacti

(Alfred Schütz)

Bei Schütz die Zeitform (Futur II) des einem Handeln zugrundeliegenden Handlungsplans, der in einer als modo futuri exacti, also als abgelaufen sein werdend antizipierten Handlung besteht.

 

modo plusquamperfecti

(Alfred Schütz)

Bei Schütz die Zeitform (Plusquamperfect) der reflexiven Zuwendung vom abgeschlossenen Handeln bzw. der Handlung aus auf die in der Vergangenheit liegenden Weil-Motive des Handelns.

 

modo praeterito

(Alfred Schütz)

in vergangener Zeitform

 

Modulation

(Erving Goffman)

Die Anwendung eines Systems von Konventionen, mit dem eine Situation, die bereits in einem primären Rahmen sinnvoll ist, in etwas transformiert wird, das dieser Situation zwar nachgebildet ist, von den Beteiligten aber als etwas ganz anderes wahrgenommen wird. Beispiele sind (Schau-)Spiele oder Rituale.

 

Modus des Hellwachseins

(Alfred Schütz)

Zeitmodus der Alltagswelt, dem gemäß die Handelnden in ihrer jeweils aktuellen Gegenwart leben und in höchster Aufmerksamkeit auf ihre aktuellen Handlungen und Handlungspläne gerichtet sind.

 

motivationsmäßiges/erklärendes Verstehen

(Max Weber)

Erklären; die deutende Erfassung der Gründe bzw. Motive eines Handelns. Das motivationsmäßige Verstehen geht über das aktuelle Verstehen hinaus, indem es nach dem Warum, also dem Sinnzusammenhang bzw. Kontext der Handlung fragt.

 

multikonzentrierte Zusammenkunft

(Erving Goffman)

Wenn mehr als drei Personen anwesend (kopräsent) sind und sich mehrere zentrierte Interaktionen in der gleichen Situation konstituieren.

 

mundane Sphäre

(Alfred Schütz)

s. 'Alltagswelt' und 'Generalthesis der Alltagswelt'

 

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