R PDF Print
A - B - C - D - E - F - G - H - I - J - K - L - M - N - O - P - Q - R - S - T - U - V - W - X - Y - Z

Rahmen

(Erving Goffman)

Sozial geteiltes und vermitteltes Interpretationsschema für Ereignisse und Situationen und unsere persönliche Anteilnahme daran gemäß gewisser internalisierter Organisationsprinzipien.

Siehe auch: primärer Rahmen, sozialer Rahmen und natürlicher Rahmen

 

Rationalität

(Max Weber)

lat. ratio: "Vernunft". Bei Weber ist Rationalität als Handlungs- und Gesellschaftsstruktur (der Moderne) zu verstehen, d. h. die Motive, die zu bestimmten Handlungen und sozialen Gebilden führen, entspringen reflexiven - zumeist einem hinreichenden Zweck-Mittel-Schema folgend - Bewusstseinsprozessen der beteiligten Akteure. In Webers Idealtypenlehre zu den Motiven (sozialen) Handelns werden unter dem Aspekt der Rationalität die Kategorien zweck- und wertrational unterschieden.

 

Referenz

(John R. Searle)

Die Bezugnahme des Sprechers mit sprachlichen Mitteln auf Außersprachliches. Zusammen mit der Prädikation ist die Referenz Teilakt beim Vollzug des propositionalen Aktes.

 

reflexiv

(Gerold Ungeheuer)

Etymologisch (lat.). rückbezüglich. Eigenschaft menschlicher Erfahrung, man kann erfahren, dass man etwas erfährt, d. h. der Erfahrungsakt kann zum Erfahrungsinhalt einer Selbsterfahrung werden.

 

Regel

(John R. Searle)

Regel, konstitutiv

Regeln der Form 'X gilt als Y im Kontext C'. Im Gegensatz zu regulativen Regeln, solche Regeln, die bestimmte Tätigkeiten erst ermöglichen. Sprechakte werden vollzogen, indem Ausdrücke in Übereinstimmung mit konstitutiven Regeln geäußert werden.

 

Regel

(John R. Searle)

Regel, wesentlich

Diese Regel ist für den Vollzug und das Verständnis von Sprechakten konstitutiv; sie bestimmt, wann eine Äußerung als ein spezifischer illokutionärer Akt aufgefasst wird. Ein Äußerung ist nur dann ein Versprechen, wenn der Sprecher sich zur Ausführung des Versprochenen verpflichtet fühlt.

 

Regel

(John R. Searle)

Regel, regulativ

Regeln der Form 'Wenn Y, dann tue X'. Im Gegensatz zu konstitutiven Regeln, solche Regeln, die schon bestehende Tätigkeiten, die von der Existenz der Regeln logisch unabhängig sind, nachträglich zu organisieren versuchen (Bsp. Anstandsregeln).

 

Regel des propositionalen Gehaltes

(John R. Searle)

Diese Regel bestimmt die zulässigen Propositionen eines Sprechaktes. Eine Äußerung ist beispielsweise nur dann eine Warnung, wenn der Sprecher sich auf ein zukünftiges Ereignis bezieht.

 

rein/bloß-situiert

(Erving Goffman)

Ereignisse, die in face-to-face-Interaktionen vorkommen, die aber auch in jedem anderen Zusammenhang vorkommen können. (vgl. situationell)

 

reine Wir-Beziehung

(Alfred Schütz)

s. 'face-to-face-Beziehung'

 

Rekursivität/rekursiv

(Allgemein)

Die rückbezügliche Anwendung einer Funktion oder Operation auf sich selbst.

 

Relevanzsystem

(Alfred Schütz)

Individuen deuten eine Situation zum einen auf der Basis ihres biographisch erworbenen Wissensvorrates und zum anderen auf Basis der Handlungspläne, die sie aktuell verfolgen. Je nach Biographie und den daraus resultierenden Handlungszielen werden unterschiedliche situative Gegebenheiten als wichtig oder relevant erachtet, die dann das aktuelle Relevanzsystem des jeweiligen Akteurs konstituieren.

 

Repräsentation

(John R. Searle)

(lat. repraesentare: anschaulich darstellen, wiedergeben, nachahmen). Die Vertretung oder Darstellung von etwas durch etwas; Repräsentationen sind durch ihren Gehalt und ihren Modus bestimmt. Intentionale Zustände und Sprechakte repräsentieren die Gegenstände und Sachverhalte, auf die sie sich beziehen.

 

Repräsentationsabsicht

(John R. Searle)

Teil der Bedeutungsabsicht: die Absicht, etwas zu repräsentieren, ohne Berücksichtigung der möglichen Wirkungen auf einen etwaigen Hörer. Für Searle besitzt die Repräsentationsabsicht Priorität gegenüber der Kommunikationsabsicht.

 

rhetischer Akt

(John L. Austin)

Etymologisch (gr.): Rede, Prädikat. Beschreibungsaspekt oder simultaner Teilakt einer Sprechhandlung: Die Handlung, etwas über etwas auszusagen, d. h. der Aspekt einer sprachlichen Äußerung, mit dem sich ein Sprecher auf die außersprachliche Wirklichkeit bezieht, gehört zusammen mit dem phatischen und phonetischen Akt zum lokutiven Akt.

 

rohe Tatsachen/natürliche Tatsachen

(brute facts)

(John R. Searle)

Tatsachen, die von menschlichen Meinungen völlig unabhängig sind, die also unabhängig von einem Beobachter existieren.

 

Rolle

(Erving Goffman)

Im soziologischen Sinne ein Bündel von Verhaltenserwartungen, die an bestimmte soziale Positionen geknüpft sind. Bei Goffman: die Ausübung von Rechten und Pflichten, die mit einem bestimmten sozialen Status verbunden sind.

 

Rolle

(George Herbert Mead)

Bezeichnet die konkreten Verhaltenserwartungen, die ein Individuum in einer bestimmten Situation den weiteren an der Situation beteiligten Individuen gegenüber hat.

 

Zurück nach oben