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verdiktive Äußerungen

(verdictives)

(John L. Austin)

Klasse von Sprechakten: Alle Arten von Urteilen und Bewertungen, insbesondere institutioneller Art, z. B. Urteilen, Schätzen, Taxieren, Bewerten, Einteilen etc.

 

Verhalten

(Max Weber)

Verhalten heißt bei Weber jegliches menschliche Tun, ob äußerlich, also beobachtbar (z. B. Bewegung) oder innerlich (z. B. Denken). Im Unterschied zum Handeln ist Verhalten nicht mit einem gemeinten Sinn verbunden. Die Grenze zwischen Handeln und Verhalten ist dabei flüssig.

 

Verhalten

(Alfred Schütz)

Eine spontane Aktivität eines Individuums (z. B. Lachen; einem plötzlich auftauchenden Auto ausweichen etc.), die im Gegensatz zum Handeln nicht auf ein vorphantasiertes Handlungsziel gerichtet ist.

 

Verifikationstheorie der Bedeutung

(John L. Austin)

Bedeutungstheorie, die davon ausgeht, dass die Bedeutung eines Satzes in der Methode seiner Verifikation besteht, d. h. die Bedeutung eines Satzes besteht in der Menge der aus ihm logisch ableitbaren Sätze, welche unmittelbar beobachtbare Sachverhalte beschreiben.

 

Versager

(misfires)

(John L. Austin)

Verunglückter Sprechakt, die angestrebte Handlung kommt nicht zustande, da sie nicht in Frage kommt oder verdorben wird.

 

Verstehen

(Niklas Luhmann)

Zusammen mit Information und Mitteilung (s.d.) bildet das Verstehen die für die Kommunikation (s.d.) konstitutive Selektionstriade. Das Verstehen kennzeichnet dabei die Auswahl dessen, wie die Differenz von der Mitteilung einer Information aus einem möglichen Horizont verstanden wird. Das Verstehen selbst ist nicht psychisch, sondern sozial gemeint und bedeutet: es kommt auf die Beobachtungsmöglichkeit an, die zeigt, dass eine Information von einer Mitteilung unterschieden worden ist, wobei dieses Verstehen selbst wieder in der Form der Mitteilung einer Information auftaucht.

 

Verstehen

(Max Weber)

Grundbegriff der Weberschen Methodologie, mit dem die deutende Erfassung eines Handlungssinns bezeichnet wird. Weber unterscheidet zwischen aktuellem und motivationsmäßigem Verstehen.

 

verstehende Soziologie

(Alfred Schütz)

Der verstehenden Soziologie in der Tradition Max Webers geht es um die deutende Erfassung und kausale Erklärung des mit dem sozialen Handeln der Einzelnen verbundenen subjektiv gemeinten Sinns.

 

Verwendungsfunktion

(agentive function)

(John R. Searle)

Eine Form der Funktionszuweisung, bei der die Funktion auf dem Gebrauch beruht, den Handelnde von bestimmten Gebilden machen, z. B. ist es die Funktion eines Hammers, Nägel in feste Oberflächen zu treiben. Eine Unterklasse der Verwendungsfunktionen sind die Statusfunktionen.

 

virtuelles Vergehen

(Erving Goffman)

Die schlimmstmögliche Deutung eines Verhaltens bei einer (potentiellen) Regelübertretung seitens der Interaktionsteilnehmer, auf die es zu reagieren und die es zu entkräften gilt.

 

Vis-à-Vis-Situation

(Allgemein)

Eine Vis-à-Vis-Situation ist dadurch gekennzeichnet, dass die Handelnden direkten Wahrnehmungskontakt haben, weil sie von Angesicht zu Angesicht in unmittelbarer räumlicher Nähe miteinander interagieren.

 

Vorderbühne

(Erving Goffman)

In Goffmans "dramaturgischem Ansatz" die Region bzw. der Ort, auf dem die Darstellung stattfindet. Auf ihr sind alle Ausdrucksmittel des Bühnenbildes zum Zweck einer erfolgreich ablaufenden Darstellung angeordnet, und die Darsteller verhalten sich ihrer Rolle entsprechend (vgl. Hinterbühne).

 

Vor-Urteile

(Gerold Ungeheuer)

Jede Erfahrung und ihre Beschreibung ist abhängig von vorherigen Erfahrung, deren Deutung und der individuellen Welttheorie der jeweiligen Person. Solche Vor-Urteile sind nicht eliminierbar und gehen deshalb in die Theoriebildung empirischer Wissenschaften mit ein, müssen jedoch hier in aller Deutlichkeit herausgestellt und bewertet werden.

 

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