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Darstellung

(Erving Goffman)

In Goffmans "dramaturgischem Ansatz" die gesamte Tätigkeit einer Person, die sie in einer Situation dazu verwendet, andere an der Situation beteiligte Personen zu beeinflussen.

 

Darstellung

(Karl Bühler)

Die Relation des sprachlichen Zeichens zu Gegenständen oder Sachverhalten, die sich durch die Ablösung der Mitteilung vom Objekt und durch den Einsatz abstrakter Zeichen, die Stellvertretercharakter gewinnen, auszeichnet; die Darstellungsfunktion korreliert mit der Zeichenhaftigkeit der Sprache als Symbol.

 

Deixis am Phantasma

(Karl Bühler)

Während die Zeigwörter bei der demonstratio ad oculos et ad aures insofern an die Situation gebunden sind, als sich ihre Bedeutung erst aus den Situationsgegebenheiten ergibt, ist die Deixis am Phantasma von der jeweiligen Situation insofern entbunden, als die Gegenstände oder Sachverhalte, auf die verwiesen wird, nicht Bestandteile der Situation des Sprechers und Hörers, sondern von diesen vorgestellt bzw. phantasiert sind.

 

Deixis/deiktisch

(Allgemein)

Etymologisch (griech.): "das Zeigen" (in Abhängigkeit von der jeweiligen zeitlichen und räumlichen Position des Zeigenden) / zeigend. In Sprach- und Zeichentheorien wird unter Deixis/deiktisch ein Zeigzeichen bzw. ein Zeigzeichen einsetzend verstanden.

 

Deklarative/Deklarationen

(John R. Searle)

Klasse von Sprechakten: In diese Klasse gehören alle sprachlichen Handlungen, mit denen der Sprecher versucht, einen neuen Sachverhalt, ausschließlich kraft seiner Äußerung herbeizuführen, z. B. Ernennen, Taufen, Zurücktreten.

 

demonstratio ad aures

(Karl Bühler)

Etymologisch (lat.): "auf die Ohren/das Gehör gerichtetes Zeigen". Auditive Geste, um die Aufmerksamkeit des jeweiligen Gegenüber auf die räumliche Position des Sprechers und damit auf dessen Zeigehandlung zu lenken.

 

demonstratio ad oculos

(Karl Bühler)

Etymologisch (lat.): "auf die Augen gerichtetes Zeigen". Visuelle Zeigehandlung, indem einer vermittels deiktischer Gesten den Blick des Anderen auf den gemeinten Gegenstand oder Sachverhalt lenkt und ihm diesen somit vor Augen führt.

 

Denken

(George Herbert Mead)

Die typisch menschliche Fähigkeit, vermittels signifikanter Symbole eine geeignte Handlung im Hinblick auf ein bestimmtes Ziel und unter Berücksichtigung verschiedener Handlungsalternativen im voraus zu planen und auszuwählen.

 

Desiderat

(Allgemein)

(Lat.: das Erwünschte) Lücke, das Vermisste, das Fehlende.

 

deskriptiver Fehlschluss

(descriptive fallacy)

(John L. Austin)

Die Annahme, dass die wesentliche Funktion der Sprache darin besteht, die Wirklichkeit zu beschreiben, d.h. zu sagen, was der Fall oder nicht der Fall ist.

 

deutscher Idealismus

(Allgemein)

Philosophische Richtung die mit den Namen Kant (1724-1804), Fichte (1762-1814), Schelling (1775-1854) und Hegel (1770-1831) verbunden ist und davon ausgeht, dass das Sein der Welt ausgehend von Vernunft, Bewusstsein und Geist zu erklären ist.

 

Deutungsschema

(Alfred Schütz)

Deutung meint bei Schütz die Rückführung einer neuen Erfahrung auf einen vorhandenen Erfahrungs- bzw. Wissensvorrat. Individuen deuten und verstehen somit neue Ereignisse auf Basis ihres biographisch erworbenen Wissensvorrats, der Deutungsschemata beinhaltet. Z. B. versteht ein Akteur ein Wort oder einen Satz der deutschen Sprache u. a. dadurch, dass er über ein lexikalisches und syntaktisches Wissen und somit über ein Deutungsschema der deutschen Sprache verfügt.

 

Dichotomie/dichotom

(Allgemein)

Etymologisch (gr.): Zweiteilung

 

Direktive

(John R. Searle)

Klasse von Sprechakten: In diese Klasse gehören alle sprachlichen Handlungen, die Versuche des Sprechers sind, den Hörer dazu zu bringen, dass er etwas bestimmtes tut, z. B. Befehlen, Auffordern, Bitten.

 

Disjunktivität/disjunktiv

(Allgemein)

Etymologisch (lat.): Entgegensetzung. Eine Klassifikation ist disjunktiv, genau dann, wenn ein Phänomen höchstens in eine Kategorie fällt.

 

Distinktheit/distinktiv

(Allgemein)

Etymologisch (lat.): unterscheiden. Eine Klassifikation ist disjunktiv genau dann, wenn verschiedene Phänomene unterschiedlich klassifiziert werden, d.h. in verschiedene Kategorien fallen.

 

Disziplin

(Max Weber)

Die innere Eingestelltheit der Beherrschten auf die prompt, automatisch und schematisch gehorsame Ausführung des Befehls des Herrschers.

 

durée/innere Zeit

(Alfred Schütz)

In der Philosophie Henri Bergsons der Erlebnisstrom des Bewusstseins, der in der Zeitrichtung der Zukunft kontinuierlich und unreflektiert abläuft. Im Gegensatz zur Standardzeit als äußerer Zeit handelt es sich bei der durrée um die innere Zeit der jeweiligen Individuen.

 

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