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face-to-face-Beziehung/-Situation

(Alfred Schütz)

Die Situation, in der sich mindestens zwei Individuen unmittelbar in Anwesenheit und Aufmerksamkeit gegenüberstehen und sich ihr Wahrnehmungs- und Handlungsbereich überschneidet. Sie erleben in dieser Situation die gleichen Erlebnisse gemeinsam zur selben Zeit und altern somit zusammen.

 

face-to-face-Interaktion

(Erving Goffman)

Interaktion von Angesicht zu Angesicht; elementare Konstellation, in der mindestens zwei Individuen miteinander interagieren, die am gleichen Wahrnehmungsraum teilhaben.

 

face-to-face-Kommunikation

(Allgemein)

Kommunikation von Angesicht zu Angesicht; elementare Konstellation in der mindestens zwei Individuen miteinander kommunizieren, die am gleichen Wahrnehmungsraum teilhaben.

 

Fallibilität/ fallibel

(Gerold Ungeheuer)

Etymologisch (lat.): Fehlbarkeit. Kommunikation ist immer fallibel, d. h. es gibt kein gesichertes Wissen über täuschungsfreies Verstehen des Geäußerten.

 

Fassade

(Erving Goffman)

In Goffmans "dramaturgischem Ansatz" das "standardisierte Ausdrucksrepertoire", das eine Person zum Zweck einer erfolgreichen Darstellung einsetzt. Die Fassade umfasst das Bühnenbild, wie auch das Verhalten und die Erscheinung (Kleidung etc.) des Darstellers.

 

Fehlanwendungen

(misapplications)

(John L. Austin)

Verunglückter Sprechakt, eine Fehlberufung; die angestrebte sprachliche Handlung kommt nicht zustande, da die zugrundeliegende Konvention in der falschen Situation von der falschen Person anzuwenden versucht wurde.

 

Fehlausführungen

(misexecutions)

(John L. Austin)

Verunglückter Sprechakt; die angestrebte sprachliche Handlung kommt nicht zustande, sie wird verdorben, da sie nicht korrekt oder vollständig ausgeführt wurde.

 

Fehlberufungen

(misinvocations)

(John L. Austin)

Verunglückter Sprechakt; die angestrebte sprachliche Handlung kommt nicht zustande, sie kommt nicht in Frage, da die zugrunde gelegte Kontention nicht existiert oder in der falschen Situation von der falschen Person anzuwenden versucht wurde.

 

Fortbewegungseinheit

(Erving Goffman)

Ein "Gehäuse", dass von einem menschlichen Piloten gesteuert wird. Dazu zählt Goffman sowohl alle Arten von Fahr- und Flugzeugen, als auch das sich (z. B. im Straßenverkehr) bewegende Individuum selber. Für Fortbewegungseinheiten gelten spezielle Regeln, die sich von denen für Partizipationseinheiten unterscheiden, obwohl sie sich auf das selbe Individuum beziehen.

 

Fremdtypisierung

(Alfred Schütz)

Akteure typisieren vornehmlich ihre Zeitgenossen, also Menschen, die ihnen nicht in einer face-to-face-Situation unmittelbar zugänglich sind. Die Fremdtypisierungen bestehen in der Unterstellung von typischen Motiven und Handlungsmustern, die in der Sozialisation für eine bestimmte Kultur gelernt werden. Diese typischen Motive und Handlungsmuster werden von bestimmten Zeitgenossen erwartet und die eigenen Handlungen werden an diesen Erwartungen den Anderen gegenüber orientiert. Die anonymen Zeitgenossen erscheinen als soziale Rolle oder Funktion. Beispielsweise wirft ein Akteur einen Brief in einen Briefkasten, weil er erwartet, dass es Briefträger gibt, die aufgrund typischer Motive (Pflichterfüllung, Verdienst des Lebensunterhalts) typische Handlungen (Briefe befördern) ausführen.

 

Funktionalismus

(Allgemein)

Von dem amerikanischen Philosophen Hilary Putnam vorgelegte Ansatz zur Lösung des Leib-Seele-Problems, der davon ausgeht, dass geistig - psychische Zustände und ihre Eigenschaften sowie die Bedeutung von Begriffen durch ihre jeweilige funktionale Rolle charakterisiert werden können. Gleiche funktionale Zustände können auf verschiedene Weise physikalisch realisiert werden (z. b. als Gehirnzustand oder als Computerprogramm); philosophische Grundannahme einiger Ansätze der Artificial Intelligence.

 

funktionalistische Psychologie

(Allgemein)

Psychologie, die die Eigenschaften und Fähigkeiten von Organismen als funktional für die Anpassung an ihre jeweilige Umwelt begreift.

 

Funktionssystem

(Niklas Luhmann)

Der komplexeste und somit evolutionär jüngste Typ sozialer Systeme neben Interaktionssystem und Organisationssystem (s.d.). Funktionssysteme der modernen (Welt-)Gesellschaft sind z.B. das Rechts-, Politik-, Wirtschafts-, Wissenschafts-, und das Religionssystem. Unter diesen Teilsystemen gibt es keine Hierarchie, es herrscht vielmehr ein "funktionales Primat", d.h. jedes Funktionssystem orientiert sich auschließlich nach den ihm immanenten Codes (s.d.).

 

Funktionszuweisung

(assignement of function)

(John R. Searle)

Wenn Handelnde oder Beobachter einem bestimmten Objekt eine Eigenschaft oder einen Zweck zuschreiben, der diesem Objekt nicht immanent ist, dann handelt es sich um eine Funktionszuweisung. Es gibt drei Kategorien der Funktionszuweisung: Verwendungsfunktionen, Nicht-Verwendungsfunktionen und Statusfunktionen.

 

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